«The Flavour of Chai and Change» in der Fair Trade Town Lugano

27. April 2026

Anlässlich des Besuchs des indischen Botschafters in der Schweiz, S.E. Mridul Kumar, fand in Lugano am 17. April 2026 die Veranstaltung „The Flavor of Chai and Change“ statt. Ziel war es, den Austausch zwischen den Akteuren zu stärken, die sich für die Beziehungen zwischen Indien und der Schweiz einsetzen.

Zahlreiche Gäste verfolgten eine Diskussion von Wirtschaftsvertretern über die Chancen des Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EFTA, zu der auch die Schweiz gehört. Dabei ging es vor allem darum, den Dialog zwischen der Tessiner Wirtschaft und Indien – vertreten durch den Botschafter in Bern – zu fördern. Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde angesprochen, allerdings eher allgemein.

Bei der Eröffnung betonte Tobias Meier, Präsident von Swiss Fair Trade, die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Lugano und dem Programm „Fair Trade Town“. Er hob hervor, dass das neue Handelsabkommen große Chancen bietet. Gleichzeitig appellierte er daran, Handel und Gerechtigkeit gemeinsam zu denken. Nur so könne Handel einen echten positiven Einfluss auf Mensch und Umwelt haben.

Der Samstag, 18. April, stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Diskutiert wurden auch konkrete Ansätze, um benachteiligte Bevölkerungsgruppen besser einzubeziehen – sowohl in Grossstädten als auch in ländlichen Regionen, die bisher kaum vom wirtschaftlichen Wachstum Indiens profitieren.

Rakhi Mehra, Forscherin und Dozentin an der Franklin University in Lugano, sprach über Wege zur sozialen Integration und gerechteren Städten. Sie stellte Beispiele für Finanzierungsmodelle in informellen Siedlungen vor, wie sie in vielen indischen Großstädten vorkommen.

Anschliessend wurden verschiedene Perspektiven auf den Fairen Handel präsentiert:

  • die Sicht der indischen Regierung
  • jene der Schokoladenindustrie mit ihrem Engagement für Bio- und Fairtrade-Standards
  • sowie die Arbeit von Fairtrade Max Havelaar zur Unterstützung von Baumwollproduzent:innen.

Eine aktuelle Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse: Bio-Fairtrade-Baumwolle erzielt höhere Erträge als konventionelle Baumwolle. Der Umstieg auf nachhaltige Produktion ist zwar anspruchsvoll, doch es gibt gute Gründe für Optimismus – nicht zuletzt, weil 60 % der weltweiten Bio-Fairtrade-Baumwolle aus Indien stammen.

Zum Abschluss brachte es der bekannte Tessiner Spitzenkoch Pietro Leemann auf den Punkt: Die Verbindung von westlicher Tradition und östlicher Weisheit könne helfen, eine Brücke zwischen Körper und Seele zu schlagen und so den Wandel hin zu einer gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft zu fördern.

Den Ausklang bildeten farbenfrohe und eindrucksvolle indische Tänze im Innenhof des Rathauses von Lugano. Das Publikum und der Botschafter zeigten sich begeistert und spendeten langen Applaus.