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Mit amtlichem Tempo

Mercoledì, 13 giugno, 2018
FTT-Admin
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St. Galler Nachrichten

Der politische Entscheid in Gossau, die Auszeichnung als Fair Trade Town anzustreben, ist gefällt. Am Montag wurden Interessierte informiert und die Gründung einer Arbeitsgruppe in die Wege geleitet. Andreas-Saal Gross war das Interesse, als am Montag über die Umsetzungskriterien von «Fair Trade Town Gossau » informiert wurde. Unter den Anwesenden waren Personen aus der Schule, den Kindertagesstätten, den Kirchen, dem Gewerbe, aber auch aus der IG Sport oder den Altersheimen zu finden. Während die Interessierten sich mit fair gehandelten Getränken und Snacks verköstigten, erklärte Anna Haug vom Dachverband «Swiss Fair Trade», der die Auszeichnung «Fair Trade Town» verleiht, was für Kriterien in Gossau erfüllt werden müssen.
Bei der Bestandesaufnahme wurde klar: Gossau ist auf einem guten Weg. Das bestätigte auch Anna Haug. «Gossau legt aktuell wirklich ein beachtliches Tempo vor. Da könnten sich andere Gemeinden ein Beispiel nehmen.» Das freute natürlich die anwesenden Initianten. Brigitta Vuilleumier vom Verein Claro Gossau freut sich vor allem, dass das Projekt so breiten Anklang findet. «Es sind so viele Personen aus den unterschiedlichen Bereichen hier. Wir werden das Image, dass das einfach ein paar 'Weltverbesserer' sind, die hier etwas verändern möchten, nun langsam los.»

Gute Voraussetzungen
Damit Gossau die Auszeichnung Fair Trade Town erhält, müssen in diversen Institutionen, Gastronomie- und Hotelleriebetrieben und auch in Geschäften eine Mindestanzahl an Fair Trade Produkten verwendet werden. Dies können fair gehandelter Kaffee, Kleidung, aber auch Früchte und Gewürze sein. Franziska Kissling, Ladenleiterin des Claros Gossau, zeigte anhand einer Liste noch mehr Ideen auf, welche Produkte man durch fair gehandelte ersetzen könnte. Die Zeiten, in denen man zwingend den Claro Laden besuchen musste, damit man fair gehandelte Produkte einkaufen kann, sind vorbei. Auch Migros oder Coop bieten viel in diesem Bereich an. «Das heisst aber nicht, dass die Claro Läden keine Berechtigung mehr haben», wirft Patrick Huber, Präsident des Claro Gossau, ein: «Wir bieten eine umfassende Beratung und eine grosse Auswahl an Produkten von Lebensmitteln über Textilien bis
hin zu Seife.»
Was vielerorts schon durch eine fair gehandelte Alternative ersetzt wurde, ist der Kaffee. Auch andere Ideen keimten an der Infoveranstaltung auf. So kamen Blumensträusse, die bei Jubiläen oder Geburtstagen verteilt werden oder Kundengeschenke von Firmen zur Sprache. «Jeder kann etwas beitragen. Man muss nur wissen wie», sagte Anna Haug dazu. Am Schluss der anderthalbstündigen Veranstaltung, vor dem von der Stadt offerierten Apéro, wurde eine Liste herumgereicht, in der sich Interessierte für die Arbeitsgruppe eintragen konnten. «Wir sind begeistert vom Resultat. Fast alle Anwesenden haben sich eingetragen. Wir haben schon fast aus allen Bereichen jemanden in der erweiterten Arbeitsgruppe, die sich demnächst zum ersten Mal treffen wird», so Brigitta Vuilleumier. Nun wolle man noch Vertreterinnen und Vertreter aus der Gastronomie, dem Frauennetz sowie Ärzte und Therapeuten ins Boot holen. Der aktuelle Stand der «Fair Trade Town Gossau» kann unter www.fairtradetown.ch/gossau-sg verfolgt werden. «Aktuell steht die Ampel auf Gelb. Bald wird sie aber auf Grün stehen und dann sind wir eine offizielle Fair Trade Town», zeigt sich Brigitta Vuilleumier zuversichtlich.