Tu sei qui

Frutigen schreibt Fairen Handel gross

Mercoledì, 7 giugno, 2017
FTT Team
Mercoledì, 7 giugno, 2017
FTT Team

Frutigländer

Am Samstag wird die Gemeinde zur «Fair Trade Town»: Nach etwas mehr als einem halben Jahr nach der Absichtserklärung hat Frutigen die Ziele erreicht. Damit ist die Arbeit für einen fairen Handel aber noch lange nicht abgeschlossen.

Es war ein ambitioniertes Ziel: Sechs Monate nachdem sich die Gemeinde zum Projekt «Fair Trade Town Frutigen» bekannt hatte, sollten die Kriterien erfüllt und die Auszeichnung erhalten sein. Statt sechs sind es nun gut sieben Monate geworden. Doch das Ziel ist erreicht: Am 10. Juni wird der Gemeinde mit einem Festakt offziell die Fair-Trade-Town-Urkunde überreicht.

Der Arbeitsgruppe ist es gelungen, sämtliche Kriterien der Kampagne zu erfüllen. Nebst dem Bekenntnis der Gemeinde zum Fairen Handel und dem Einsetzen einer Arbeitsgruppe gehört dazu auch, dass sich eine bestimmte Anzahl Betriebe aus dem Detailhandel und der Gastronomie / Hotellerie verpflichtet, «Fair-Trade»-Produkte anzubieten. Zudem müssen auch Institutionen und lokale Unternehmen mit im Boot sein, weiter gehört die Repräsentierung der Kampagne in den Medien dazu.

Den Anstoss zum Projekt hat der Verein Claro Weltladen mit seiner Präsidentin Alice Morosoli gegeben. Dann war Gemeinderätin Annelies Grossen bereit, die Verbindung in den Gemeinderat zu übernehmen. So ging es los. Bis heute hat sich zusätzlich auch der Gesundquelle Naturladen zum Mitmachen verpflichtet. Bei den Gastro- und Hotelbetrieben sind es zum Beispiel das «Rustica», das seinen Gästen fair gehandelten Fruchtsaft, Honig und Schokolade vorsetzt. Aber auch die «Badi-Lounge», der «Leist», das «Landhaus Adler» und das «National» sind dabei. Unter den Institutionen und Unternehmen fanden sich zum Beispiel die Cafeteria des Widi-Schulhauses, die Gemeindebibliothek, die Arztpraxis von Dr. Rudolf Weber, die reformierte und die römisch-katholische Kirchgemeinde, das HelpNet Café, die Elektroplan Buchs & Grossen AG, die Schule Winklen sowie die Schiefertafelfabrik Frutigen AG. Gerade Letztere zeigt, dass es bei fair gehandelten Produkten nicht immer nur um Kaffee, Schokolade oder Bananen gehen muss. Der Betrieb hat als Werbeträger eine Stofftasche lanciert – aus fair produzierter Baumwolle.

Auch lokal produziert ist «Fair Trade»

Die Gemeinde zeigte sich von Anfang an offen für das Projekt. «Wir haben sehr offene Türen vorgefunden», sagt Initiantin Alice Morosoli. Von Aussagen wie «Da kann man ja nicht dagegen sein» bis «Es ist gut, die Menschen vor Ort zu unterstützen» seien die meisten Reaktionen positiv ausgefallen. Das hat auch noch einen weiteren Grund: In einem zweiten Schritt wird sich auch die Möglichkeit ergeben, eine Plattform für regionale Produkte aufzubauen – das kommt in Frutigen gut an. Mit der Auszeichnung sind die Aufgaben der Arbeitsgruppe noch nicht abgeschlossen. «Wir werden weitere Partner suchen, die sich zu ‹Fair Trade› bekennen. Ich habe dafür vor allem den Kleinhandel und die Detaillisten vor Augen», sagt Morosoli. Zudem sei es eine Aussage vom Dachverband Swiss Fair Trade,dass in Frutigen regelmässig Veranstaltungen zum Thema stattfinden. «Wir rechnen mit rund zwei Veranstaltungen pro Jahr, die wir organisieren wollen», meint sie.

Frutigen unter den Ersten

Anfang 2016 wurde mit Glarus Nord die erste Gemeinde als «Fair Trade Town» ausgezeichnet. Ihr folgten Zweisimmen und Bern – und jetzt also Frutigen. Zwar gibt es schweizweit zahlreiche Städte und Gemeinden, die ebenfalls die ersten Schritte in die Wege geleitet haben. Gleichwohl kann man Frutigen in dieser Hinsicht durchaus als Pioniergemeinde bezeichnen – und mit dem Label lässt sich auch entsprechend Werbung machen. Zur Auszeichnung werde nebst den lokalen Vorreitern auch der Geschäftsführer und der Präsident von Swiss Fair Trade sowie die CEO der claro fair trade AG anwesend sein. Die gut anderthalbstündige Veranstaltung wird durch Tanzeinlagen der Kinder- und Jugendtanzgruppen «Roundabout» und «Crossways» aufgelockert und mit einem Apéro abgeschlossen – «Fair Trade» natürlich.

Was bedeutet dieses Label?

«Fair Trade Town» ist eine Auszeichnung für Städte und Gemeinden, die sich für den Fairen Handel engagieren. Es handelt sich dabei um eine internationale Kampagne, die bereits in 31 Ländern läuft. In der Schweiz ist Swiss Fair Trade, der Dachverband sämtlicher Fair-Trade-Organisationen, für die Kampagne verantwortlich. Weltweit werden sämtliche Aktionen durch ein internationales Komitee koordiniert.