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Endlich Fair Trade Town

Mardi, 13 juin 2017
FTT Team
Mardi, 13 juin 2017
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Jungfrau Zeitung

Es ist geschafft. Als vierter Ort in der Schweiz und zweiter im Berner Oberland können die Einwohnerinnen und Einwohner jetzt das Label des fairen Handels mit Stolz tragen. Initiantin Alice Morosoli erzählt, wie sich das anfühlt.

An einer stimmigen Feier durfte die Gemeinde Frutigen die Auszeichnung «Fair Trade Frutigen» in Empfang nehmen. Frutigen ist die vierte Gemeinde in der Schweiz, die die Anforderung dazu erfüllt. Nach dem positiven Entscheid der Gemeinde im November 2016 konnten siebzehn Partnerbetriebe aus dem Gewerbe, Gastobetriebe, Detailhandel und Institutionen, in nur sechs Monaten gewonnen werden, die die Initiative unterstützen und Fair Trade Produkte in ihrem Angebot führen.

Grosser Anlass

Rund 70 Personen nahmen am Anlass teil, an dem Tobias Meier, Präsident des Dachverbandes Swiss Fair Trade, Vizepräsident Hans Peter Bach und Gemeinderätin Annelies Grossen die Auszeichnung überreichte. Dem feierlichen Akt wohnte auch Grossratspräsidentin Ursula Zybach bei. Die Anwesenden gratulierten ihr mit einem Applaus zu ihrer kürzlichen Wahl als Grossratspräsidentin. Als Referent konnte Nationalrat Jürg Grossen gewonnen werden. Er beleuchtete, wie nachhaltige Entwicklung und Fair Trade zusammen hangen. In einem überzeugenden Kurzvortrag führte Marie-Clare Pellerin, CEO claro fair trade AG anhand eines Projektes zum Cashewanbau in Thailand aus, dass fairer Handel Familien und Gemeinwesen eine Entwicklungsperspektive aus der Armut eröffnet. Gemeinderätin Annelies Grossen zeigte auf, dass die Initiative durchaus auch positive Auswirkungen für Frutigen hat. So wird über Frutigen schweizweit positiv berichtet, was das Image stärkt und durchaus auch attraktiv für die Einwohner, Zuzüger und Touristen ist. Durch die Feier führte die Initiantin von Fair Trade Town Frutigen Alice Morosoli. Fröhlich umrahmt wurde die Feier durch die Kindertanzgruppe Crossways. An einem liebevoll zubereiteten Apéro mit fair Trade Produkten und regionalen Spezialitäten, der der claro-Weltladen Frutigen offerierte, klang der Abend im geselligen Zusammensein aus.

Nachgefragt bei Alice Morosoli, Initiantin von Fair Trade Town Frutigen

Warum wollte Frutigen Fair Trade Town werden?

Als Fair Trade Town haben wir die Möglichkeit, Frutigen schweizweit bekannt und auf uns aufmerksam zu machen. Selbstverständlich zählt auch der solidarische Gedanke eine Menge. Wir wollen auch so Unternehmen die Möglichkeit geben, sich mit einem positiven Image bekanntzumachen. So können wir auch Personen ansprechen, die sonst nicht unbedingt nach Frutigen kommen würden.

Was kann Frutigen zu diesem ausgewählten Kreis der Fai Trade Towns beitragen?

Ich denke, dass Besondere ist, dass wir es auch als kleine Gemeinde geschafft haben, die Anforderungen zu erfüllen und unseren Beitrag zu leisten und effektiv Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Nachhaltigkeit und Fair Trade zu machen.

Wie fühlen Sie sich damit?

Wir sind natürlich hocherfreut, dass wir das geschafft haben. Auch die Gemeinde hat mitgemacht und uns unterstützt. Das ist eine Riesebefriedigung für alle.

Wie geht’s jetzt weiter?

Wir wollen das Feuer weiter am Brennen halten. Das ist die Herausforderung. Manchmal flacht eine Begeisterung ja ab, aber wir sind gewillt weiterzumachen. Mindestens einmal im Jahr wollen wir einen entsprechenden Anlass organisieren. Zudem wollen wir weitere Unternehmen, KMU und Detailhändler sowie Institutionen für unsere Sache gewinnen. Wir haben da auch schon Ideen.