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Aarau: Einwohnerrat will Fair-Trade-Label

Mittwoch, 1. März 2017
FTT Team
Mittwoch, 1. März 2017
FTT Team

Aargauer Zeitung

Aarau ist die erste Stadt im Kanton Aargau, die «Fair Trade Town» werden will. Diese internationale Auszeichnung wird in der Schweiz vom Dachverband Swiss Fair Trade an Städte und Gemeinden verliehen, die sich für den fairen Handel einsetzen. Der Einwohnerrat hat am Montagabend mit 28 Ja gegen 20 Nein ein überparteiliches Postulat überwiesen, mit dem der Stadtrat aufgefordert wird, das Label anzustreben und sich darum zu bewerben. Das Engagement kostet Aarau pro Jahr direkt 1900 Franken und verpflichtet die Stadt unter anderem dazu, die lokalen Fair-Trade-Aktivitäten zu koordinieren. Auch muss durch Öffentlichkeitsarbeit der Faire Handel der Bevölkerung nahegebracht werden. 

Der Stadtrat hatte Nichtüberweisung beantragt. Für ihn kam das Postulat zur falschen Zeit. «Wir können nicht alles machen, was unterstützungswürdig ist», sagte Stadtpräsidentin Jolanda Urech gegenüber dem Parlament. Sie erinnerte an die laufende Leistungs- und Prozessüberprüfung (LUP). Dabei werden auch die freiwilligen Aufgaben der Stadt überprüft. Sich weitere solche aufzuladen, sei deshalb im Moment nicht opportun, liess Urech durchblicken. Auch seien die Aufgaben, die das Fair-Trade-Engagement der Stadt aufbürde, «nicht unerheblich». 

Ablehnend äusserte sich auch SVP- Sprecher Simon Burger: Aarau habe andere Probleme, als Werbung zu machen für Fair-Trade-Läden. Zu Fair Trade würden sich eh schon viele Produzenten bis hin zu Nespresso bekennen. «So gesehen», meinte Burger, «können Sie mit gutem Gewissen zu Bett gehen, wenn Sie dieses Postulat ablehnen.» Dieses sei einfach umzusetzen, betonte Gabriela Suter (SP). «Und es zeigt, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangeht.» Die Belastung der Verwaltung halte sich in Grenzen. 

Für einmal stimmte bei diesem Geschäft die CVP mit der Ratslinken.