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Ist Frutigen bald eine Fair Trade Town?

Dienstag, 26. April 2016
FTT Team
Dienstag, 26. April 2016
FTT Team

Frutigländer

FRUTIGEN An der Hauptversammlung des claro-Weltladens stellte Referentin Toya Krummenacher die Kampagne Fair Trade Town vor. Die Idee wurde positiv aufgenommen und Präsidentin Alice Morosoli sprach von einem gelungenen «Kick-off».

 

BARBARA STEINER-SUTER

Fair Trade Town (FTT) ist eine internationale Kampagne mit dem Zweck, das Bewusstsein für sozial nachhaltige Produkte zu steigern. Städte und Gemeinden können die Auszeichnung «Fair Trade Town» erhalten und ihr Engagement für den fairen Handel sichtbar machen. Alles, was es dazu braucht, sind der Wille zu einer Veränderung und die Erfüllung einiger Kriterien.

Von der Vision zur globalen Kampagne

Bruce Crowther, Einwohner von Garstang, einer Kleinstadt in Mittelengland, wollte sich effizienter für den fairen Handel in England einsetzen. Eines Abends suchte er mit seiner Frau und der Babysitterin nach Ideen – das war die Geburtsstunde der Fair Trade Towns. Seither sind 16 Jahre vergangen und heute gibt es weltweit bereits über 1700 Städte und Gemeinden in 31 Ländern, welche diese Auszeichnung erhalten haben. Zwei davon sind in der Schweiz: Glarus-Nord und Zweisimmen. Weitere Gemeinden streben die Auszeichnung zur FTT an, einige sind erst in der Startposition, andere schon auf der Zielgeraden, darunter auch die Stadt Bern. Der Plan der Schweizer Initianten ist ambitioniert: 55 Fair Trade Towns soll es bis 2018 in der Schweiz geben. Der Dachverband Swiss Fair Trade nennt in seiner Kampagne Gründe, die für ein Mitmachen sprechen, zum Beispiel eine Stärkung des Images der Gemeinde und die Bekundung von Solidarität mit Menschen aus Schwellen- oder Drittweltländern. Zudem erhalten Konsumentinnen und Konsumenten mehr Möglichkeiten, durch bewussten Einkauf die Lebensbedingungen zahlreicher Kleinbauern weltweit zu verbessern.

Wie viel Engagement bräuchte es in Frutigen?

Um die Anerkennung als Fair Trade Town zu erhalten, müsste die Gemeinde Frutigen durch einen politischen Beschluss ihren Willen dazu bezeugen und sich verpflichten, eine Auszeichnungsveranstaltung durchzuführen. Im Weiteren würde gefordert, dass in Läden, Restaurants, Schulen, Institutionen und in der Gemeindeverwaltung je mindestens drei bis fünf Fair-Trade-Produkte angeboten würden. Eine Arbeitsgruppe hätte pro Jahr eine Veranstaltung zum Thema zu organisieren und Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen. Einen Teil dieser Kriterien erfüllt Frutigen schon jetzt. Auch nach der Auszeichnung ginge das Engagement für den fairen Handel weiter und die Fair-Trade-Produktepalette könnte mit lokalen und regionalen Angeboten aus sozial nachhaltiger und ökologischer Produktion erweitert werden. Im Anschluss an die Präsentation von Krummenacher berichtete Ursula Spycher, claro-Ladenleiterin aus Zweisimmen, von ihrem kurzen Weg hin zur Fair Trade Town: In vier Monaten hat das Dorf es geschafft, die Grundanforderungen zu erfüllen.
Die Traktandenliste der Hauptversammlung gab wenig zu reden. Protokoll, Jahresbericht und -rechnung wurden ohne Gegenstimme angenommen. Im Weiteren gab es einen Austritt zu vermerken, Vorstand und Revisorinnen wurden für ein weiteres Jahr bestätigt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Web-Link-Übersicht unter www.frutiglaender.ch.