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Ein Zeichen für den fairen Handel

Dienstag, 23. Februar 2016
FTT Team
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Jungfrau Zeitung

Mitte April erhält die Gemeinde voraussichtlich als zweite der Schweiz das Label «Fair Trade Town». Die Bedingungen zu erfüllen, war für die Initiantinnen Ursula Spycher und Claudia Gautschi unerwartet einfach.

von MARKUS KESTENHOLZ

ZWEISIMMEN Dank des Einsatzes von Ursula Spycher und Claudia Gautschi wird Zweisinnen die zweite Gemeinde der Schweiz mit dem Label «Fair Trade Town». Am 16. April findet die feierliche Übergabe des Labels statt. Gefeiert wird naturgemäss mit einem Apéro mit Fairtrade-Produkten. «Letzten Spätsommer erhielt ich die Anfrage von Ursula Spycher», erklärte Gemeinderätin Claudia Gautschi auf Anfrage. «Sie sprach über das Fairtrade-Label, und es war von Anfang an klar, dass die Gemeinde dahinterstehen muss.»

Der Antrag an den Gemeinderat an der nächsten Sitzung wurde einstimmig angenommen. Danach folgte eine kleine Odyssee. Die beiden Frauen machten sich, später auch mit Unterstützung durch Esther Liebi und Pia Feuz, auf, die Bedingungen für das Label zu erfüllen. Diese richten sich nach der Grösse des Ortes. Im Falle von Zweisimmen belief sich das auf drei Läden, drei Hotelbetriebe, die Gemeinde, die Kirchgemeinde und die Schule. Mindestens drei fair gehandelte Dinge müssen in Läden und Betrieben im Grundangebot sein, damit sie auf die Zielerfüllung hin zählen.

FaIrtrade selbstverständlich
Dabei zählen Fairtrade-Labels oder auch «Max Havelaar». Auf der Gemeindeverwaltung beispielsweise seien es der Kaffee, der Zucker und ein kleiner Fairtradekiosk, die die Bedingungen gemeinsam erfüllen, erklärte Gautschi. Als Verein hat sich bald der Frauenverein zum Mitmachen bereit erklärt. Doch auch eine Zahnarztpraxis habe sich bald entschieden, mitzumachen. Der endgültige Antrag war am 12. Februar unterschrieben worden. Damit habe Glarus Nord Zweisimmen im Rennen um die erste Ortschaft mit dem Fair-Trade-Town-Siegel geschlagen, auch wenn Zweisimmen die Bedingungen zuerst erfüllt habe. Eine leichte Enttäuschung sei schon dabei, doch die Ersten im Kanton Bern zu sein, sei auch ein Erfolg, sinnierte Gautschi. Doch zentraler sei, das Label zu haben. «Wir stehen dahinter, Zweisimmen wird genannt. So gewinnen alle.» Es sei auch eine Bestandesaufnahme. Schliesslich sei der Claro-Laden schon seit langer Zeit ein fester Bestandteil des Ortsbildes. «Wir haben im Lauf der Zeit gemerkt, dass viele Betriebe bereits bewusst oder unbewusst auf Fairtrade setzen. So wurde das Minimum locker übertroffen.»

Zur Übergabe am 16. April werden mindestens Claudia Gautschi und der Gemeindepräsident Ueli Zeller anwesend sein. Um das Label zu halten, braucht es in Zukunft Kontrollen, ob die Fairtrade-Produkte weiterhin genutzt werden, dazu mindestens einmal jährlich ein Ap6ro oder einen Vortrag zum Thema. Dem Label auch später noch beizutreten, steht allen Betrieben von Zweisinunen offen.