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Bern springt auf den Fair-Trade-Zug auf

Donnerstag, 18. Februar 2016
FTT Team
Donnerstag, 18. Februar 2016
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BZ Berner Oberländer


​Die Stadt Bern will «Fair Trade Town» werden. Die Kampagne zeichnet Städte und Gemeinden aus, die sich für den fairen Handel einsetzen. Drei der fünf geforderten Kriterien erfüllt die Stadt bereits.
 

Der Gemeinderat bekennt sich zum fairen Handel und will «Fair Trade Town» werden, schreibt die Stadt Bern in einer Mitteilung. Die internationale Kampagne zeichne Städte und Gemeinden aus, die sich für den fairen Handel einsetzen.
 
Drei von fünf
 
Damit Bern als «Fair Trade Town» ausgezeichnet wird, gelte es, fünf Kriterien zu erfüllen. Die Stadtregierung muss sich zum fairen Handel bekennen und eine Arbeitsgruppe einsetzen. Dies hat der Gemeinderat im Zuge seines Bekenntnisses zum fairen Handel beschlossen.
 
Weiter muss eine gewisse Anzahl von Betrieben in der Stadt Bern Fair-Trade-Produkte anbieten. Mit über 10 Detailhandelsläden und 20 Betrieben in der Gastronomie oder Hotellerie ist dieses Kriterium ebenfalls bereits erfüllt.
 
Die Arbeitsgruppe, die vom Wirtschaftsamt der Stadt Bern geleitet wird, soll sich nun um zwei fehlenden Kriterien bemühen: eine gewisse Anzahl Institutionen und Unternehmen müssen Fair Trade-Produkte verwenden. Weiter muss der faire Handel der Bevölkerung nähergebracht gebracht werden, etwa mittels Öffentlichkeitsarbeit.
 
Nutzen und Kosten
 
«Mit dem Projekt ‹Fair Trade Town› kann sich die Stadt Bern als Vorbild für andere Schweizer Städte positionieren», schreibt die Gemeinde weiter. Mit der Auszeichnung erhält die Stadt Bern ein weiteres Argument bei der Standortpromotion und kann die Bevölkerung für den Fair Trade-Gedanken sensibilisieren.
 
Die Kosten für den Jahresbeitrag an die Kampagne richten sich nach der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohnern. Für Bern bedeutet das eine jährliche Zahlung von 2500 Franken. Dazu kommt der Aufwand der Arbeitsgruppe, die sich regelmässig trifft.
 
Ursprung in England
 
Gestartet ist die Kampagne «Fair Trade Town» im Jahr 2000 in England. Inzwischen gebe es weltweit bereits über 1600 «Fair Trade Towns» in 26 Ländern, wie der Gemeinderat schreibt.
 
Seit 2014 laufe die Kampagne auch in der Schweiz. Sie wird getragen vom Dachverband der Fair Trade-Organisationen der Schweiz «Swiss Fair Trade», die im Sommer 2015 an die Stadt Bern herangetreten ist.
 
Zweisimmen im Endspurt
 
Die erste «Fair Trade Town» ist aber eine andere: Glarus Nord kann sich seit Februar 2016 mit dieser Auszeichnung schmücken. Im Endspurt zur «Fair Trade Town» befindet sich auch die Berner Gemeinde Zweisimmen. (ngg/pd)